SOA - Serviceorientierte Architektur - ein Überblick
Derzeit findet ein Umbruch in der IT-Welt statt. Der Begriff SOA-Serviceorientierte
Architektur ist medienwirksam und wird in der IT-Welt immer populärer.
SOA steht für den Ansatz betriebliche Prozesse als Module zu
verstehen, die je nach Prozessanforderung, ähnlich einem Lego-Bausteinsystem
beliebig miteinander verknüpft werden können. SOA bedeutet
die Aufsplittung von geschäftlichen Prozessen in Softwaremodule,
WebServices, die miteinander zusammenarbeiten, um den Geschäftsprozess
darzustellen. Zu Einsatz kommen in diesem Zusammenhang u.a. Standards
wie XML und das verwendete Protokoll SOAP.
Die eigentliche Revolution liegt wie oben skizziert darin, dass die
Anwender keine Softwaremonolithen mehr kaufen müssen, deren gesamten
Funktionsumfang sie sowieso nicht brauchen. Stattdessen kauft oder
mietet der Anwender Softwaremodule die dann miteinander interagieren
und somit den gesamten Geschäftsprozess realisieren. Der Vorteil
für den Anwender besteht zudem darin, dass er sich schnellter
mittels einer serviceorientierten Architektur an neue Marktgegebenheiten
anpassen kann. Schnelligkeit ist hier als Wettbewerbsvorteil gegenüber
der Konkurrenz zu verstehen.
Die Finanzinstitute zählen bei der Realisierung von SOA-Konzepten
zu den Pionieren. Die Schweizer Grossbank Credt Suisse hat in ihrer
IT inzwischen rund 1500 individuelle Webservices entwickelt - Tendenz
steigend. Auch das Modehaus s.Oliver setzt zunehmend auf SOA. Neue
Lieferanten und Händler können mittels SOA flexibler eingebunden
werden.
Softwareriesen wie IBM und SAP arbeiten nicht nur fieberhaft daran,
ihre Software in Module aufzuteilen, sondern forcieren die Entwicklung
in Integrationsprogrammen, wo die Services gemeinsam ihre Arbeit erledigen
können. So bildet beispielsweise die Websphere-Plattform das
Fundament, auf das s.Oliver sein SOA-Architektur aufbaute. Netweaver
heisst die Integrationsplattform von SAP. Ende des kommenden Jahres
sollen alle Module, die SAP anbietet für den Einsatz mit Netweaver
angepasst sein. Bis zum Jahresende sollen laut SAP-Manager Agassi
ein Zuwachs von derzeit 300 Services auf 3000 Services stattfinden.
Desweiteren forciert SAP derzeit die Entwicklung von Mendocino, einer
Komponente mit der die Anwender aus der Microsoft Office Software
heraus mit SAP Modulen interagieren können.
Fazit: Der IT-Anwender wird mündig. Er wird in zunehmenden Masse
nur die Softwarebausteine kaufen, die er wirklich braucht. Die Softwareanbieter
können sich dem Wunsch nach zunehmender Modularisierung nicht
mehr verschliessen. Andere Geschäftsmodelle wie Mietsoftware,
die Services zur Nutzung bereitstellen werden zukünftig Zuwächse
verbuchen können.
